Alles, was gute Kleidung zerstört, nach Rang geordnet
Das Tragen steht weit unten auf der Liste. Hitze, Reibung, Lösungsmittel und Kleiderbügel richten den größten Schaden an, und alle vier lassen sich vermeiden.

Auf einen Blick
- Schlimmster Übeltäter
- Hitze, in der Waschmaschine und im Trockner
- Zweiter Platz
- Reibung am eigenen Stoff, und genau das ist Pilling
- Dritter Platz
- Zu häufige Reinigung mit Lösungsmitteln
- Die günstigste Abhilfe
- Ein Ruhetag zwischen zwei Tragetagen
Kleidungsstücke gehen selten am Tragen zugrunde. Sie gehen an schlechter Pflege zugrunde, und die Fehler ähneln sich über alle Kleiderschränke hinweg so sehr, dass man sie in eine Rangfolge bringen kann. Hier ist sie.
Erstens: Hitze
Eiweißfasern, also Wolle, Kaschmir, Seide und Tierhaar, werden von Bindungen in Form gehalten, die sich in heißem Wasser lösen und sich in der Form neu festsetzen, in der das Stück gerade liegt. Das ist Verfilzen, und es lässt sich nicht rückgängig machen. Dreißig Grad sind die Obergrenze, zwanzig sind besser, und ein Wäschetrockner ist schlicht eine Maschine, die genau das schnell erledigt und dabei noch die Oberfläche abschmirgelt.
Baumwolle und Leinen überstehen Hitze, leiden aber auf andere Weise: Wiederholtes heißes Waschen zersetzt die Ausrüstung und das Elasthan in jeder Mischung, weshalb ein Hemd mit vier Prozent Stretchanteil nach einem Jahr Wäsche bei sechzig Grad am Ellbogen ausleiert und eines aus reiner Baumwolle nicht.
Zweitens: Reibung
Pilling entsteht, wenn Faserenden an die Oberfläche wandern und sich verknäueln. Am schnellsten geschieht es dort, wo ein Stück an sich selbst oder an etwas anderem reibt: unter den Armen, an den Ärmelinnenseiten, entlang eines Taschenriemens, am Rücken eines Pullovers an der Stuhllehne. Kurze Fasern pillen schneller, aber irgendwann pillt alles.
Die Linderung heißt Rotation. Zwei Tage tragen, dann einen Tag Pause, lässt die Fasern sich erholen und bremst die Wanderung erheblich. Die Reparatur ist ein Kamm, sanft und in eine Richtung. Niemals eine Klinge, denn sie schert das Knötchen samt einer Schicht Oberfläche ab und garantiert, dass das nächste früher kommt.
Drittens: Lösungsmittel
Chemische Reinigung ist ein milder chemischer Angriff, der Schmutz entfernt und dabei auch die natürlichen Fette und einen Teil der Ausrüstung. Zweimal pro Saison bei einem Mantel ist Pflege. Zweimal im Monat ist langsame Zerstörung, und genau deshalb sieht ein täglich getragenes, monatlich gereinigtes Sakko nach zwei Jahren müde aus, während eines, das zweimal im Jahr gereinigt wird, nach acht Jahren noch gut aussieht.
Das meiste, was Menschen in die Reinigung geben, müsste nur gelüftet werden. Ein Sakko, das nach dem Duschen über Nacht im Bad hängt oder an einem trockenen Tag einfach draußen, verliert fast den gesamten aufgenommenen Geruch. Den Rest erledigt eine punktuelle Fleckbehandlung. Geben Sie das ganze Stück nur dann weg, wenn das ganze Stück schmutzig ist.
Lüften kostet nichts, dauert eine Nacht und leistet bei einem einmal getragenen Stück neunzig Prozent dessen, was eine Reinigung leistet.
Viertens: der falsche Bügel und der richtige
- Strick gehört flach in eine Schublade, an den Seiten gefaltet, damit die Falte dort liegt, wo niemand hinsieht. Auf einem Bügel wachsen ihm binnen einer Saison Schulterbeulen.
- Sakkos und Mäntel brauchen einen geformten Holzbügel, mindestens so breit wie die Schulter, der das Gewicht verteilt, statt es auf zwei Punkte zu konzentrieren.
- Hosen hängen am Saum, kopfüber, sodass die Schwerkraft die Knitterfalten herauszieht statt hinein.
- Nichts will auf einen Drahtbügel, auch nicht die Hemden, die auf einem aus der Reinigung zurückkommen.
Fünftens: die Aufbewahrung und der eigentliche Feind darin
Kleidermotten fressen Keratin, also Wolle, Kaschmir und Seide, und sie tun es im Dunkeln und in der Stille. Zedernholz schreckt sie nicht ab, was auch immer die Werbung sagt: Zedernöl hält Larven ein paar Monate lang schwach fern, danach ist der Block ein Stück Holz. Was hilft, ist Reinigen vor dem Einlagern, denn die Larven ernähren sich von Schmutz und Salz statt von der sauberen Faser, und dicht schließende Behälter für alles, was eine Saison lang weggepackt wird.
Feuchtigkeit ist der zweite Feind der Aufbewahrung, und sie arbeitet schneller. Alles über etwa fünfundsechzig Prozent relativer Luftfeuchtigkeit in einem dunklen Schrank führt früher oder später zu Stockflecken, in Leder wie in Baumwolle. Lüften Sie den Schrank, packen Sie ihn nicht randvoll, und lagern Sie in einem Altbau nichts an einer Außenwand.
Was das wert ist
Eine Garderobe, die nach diesen Regeln gepflegt wird, hält ungefähr doppelt so lange wie eine, bei der das nicht geschieht, und halbiert damit die Kosten pro Tragen aller Stücke darin. Sie kostet eine Schublade, einen Satz ordentlicher Bügel, einen Kamm und etwa zehn Minuten pro Woche, und sie ist die höchste Rendite, die es beim Thema Kleidung überhaupt gibt.
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