Ein mechanisches Uhrwerk ist eine Feder, die ihre Energie in kontrolliertem Tempo abgibt. Alles andere ist Verfeinerung: die Frequenz, die bestimmt, wie der Sekundenzeiger gleitet, die Gangreserve, die bestimmt, wie lange die Uhr in einer Schublade durchhält, die Finissage, die bestimmt, wie das Werk durch den Glasboden aussieht, und die Chronometerzertifizierung, die bestimmt, wie viel vom Genauigkeitsversprechen gemessen statt behauptet ist. Eine Uhr, die sechs Sekunden am Tag vorgeht, ist eine gute Uhr. Eine, die fünfundzwanzig vorgeht, ist nicht kaputt, sondern nicht reguliert.
Bei der Proportion liegt man mit Geld am häufigsten daneben. Ein Gehäusedurchmesser allein sagt sehr wenig: Die Länge von Horn zu Horn entscheidet, ob die Uhr auf Ihrem Handgelenk sitzt oder übersteht, und die Höhe entscheidet, ob sie unter eine Manschette passt. Ein Gehäuse mit 40 mm und 50 mm von Horn zu Horn trägt sich größer als eines mit 42 und 46. Messen Sie die flache Oberseite Ihres Handgelenks und kaufen Sie nach dieser Zahl.
Dann sind da die laufenden Kosten, über die die Branche lieber nach dem Kauf spricht. Eine Revision eines gängigen Automatikwerks kostet etwa 600 bis 900 € und ist alle fünf bis sieben Jahre fällig. Bei einem Chronographen oder einem Manufakturkaliber sind es 900 bis 1.800 €, manchmal mehr, im selben Abstand. In zwanzig Jahren sind das drei Revisionen. Sie gehören in die Kaufentscheidung.