Metall · Au, 79, für den Gebrauch legiert
Gold
Jedes Schmuckstück ist eine Legierung. Das Gold entscheidet über den Wert, das übrige Viertel über Farbe, Härte und Hautausschlag.

Die Farbe steckt in der Legierung
Bei 18 Karat sind 250 von tausend Teilen etwas anderes als Gold, und dieses Viertel bestimmt die Farbe vollständig. Etwa gleich viel Silber und Kupfer ergeben das übliche Gelbgold. Überwiegt das Kupfer, etwa 200 Teile auf 50 Teile Silber, entsteht Roségold, und mehr Kupfer bedeutet rosiger und härter. Palladium und Silber, manchmal mit Nickel, ergeben die blassgraue Legierung, die als Weißgold verkauft wird.
Die praktischen Folgen sind konkret. Roségold ist härter und kratzfester als Gelbgold, und sein Kupferanteil kann bei feuchtem Wetter auf mancher Haut einen harmlosen grünen Abdruck hinterlassen. Weißgold ist nicht weiß und muss beschichtet werden. Gelbgold ist bei gleichem Feingehalt das weichste der drei.
Rhodium, der Anstrich
Weißgoldschmuck wird galvanisch mit ein bis zwei Mikrometern Rhodium überzogen, einem Metall der Platingruppe, das strahlend weiß und sehr hart ist. Es sieht großartig aus. Es ist aber auch eine Oberflächenschicht, die sich abnutzt, und an der Unterseite eines täglich getragenen Rings wird sie innerhalb von achtzehn Monaten bis drei Jahren dünn, bis das warme Grau darunter durchscheint. Neu rhodinieren kostet 40 bis 90 € und ist ein dauerhafter Wartungsposten.
Die zweite Folge ist die Allergie. Nickelhaltiges Weißgold mit intakter Beschichtung löst keine Reaktion aus. Sobald die Beschichtung durchgerieben ist, hat das Nickel Hautkontakt, und ein Ring, der zwei Jahre lang angenehm war, ist es plötzlich nicht mehr.
Abnutzung heißt, dass Metall verschwindet
Gold ist weich, und ein täglich getragener Ring verliert ständig Metall. Nach dreißig Jahren ist eine Ringschiene messbar dünner, und deshalb bekommen alte Ringe eine messerscharfe Kante und brechen irgendwann. Das lässt sich nicht rückgängig machen, nur durch Anfügen von Metall wieder aufbauen. Platin verhält sich anders: Ein Kratzer verdrängt das Metall zu einem Grat, statt es abzutragen, weshalb ein gleich alter Platinring noch dieselbe Masse hat.
Feingehalt
Innen in die Ringschiene gestempelt. Die Zahl gibt Tausendstel an.
So prüfen Sie es
- Suchen Sie den Feingehaltsstempel innen in der Ringschiene: 750, 585, 375. Kein Stempel bedeutet ungeprüft, und eine Prüfung beim Juwelier kostet fast nichts.
- Betrachten Sie die Unterseite eines Weißgoldrings bei Tageslicht. Ein warmer Graustich im Vergleich zur Oberseite bedeutet, dass die Rhodinierung weg ist.
- Vergoldet, Doublé und Vermeil sind drei verschiedene Dinge. Eine Vergoldung ist mikroskopisch dünn, Doublé ist eine fest aufgebrachte Goldschicht definierter Stärke, Vermeil ist Gold auf Sterlingsilber.
- Wiegen Sie es in der Hand gegen ein gleich großes Stück aus Platin ab. Platin ist spürbar schwerer, und der Unterschied ist unverkennbar.
Pflege
- Halten Sie legiertes Gold von Chlor fern. Chlor greift Kupfer und Silber in der Legierung an und kann Spannungsrisse verursachen.
- Reinigen Sie es in warmem Wasser mit einem Tropfen Spülmittel und einer weichen Bürste. Handcreme in einer Fassung macht einen Stein schneller stumpf als alles andere.
- Nehmen Sie Ringe zum Training ab. Die meisten verbogenen Ringschienen stammen vom Greifen einer Hantelstange.
- Lassen Sie die Krappen jährlich prüfen. Das Aufbauen abgenutzter Krappen kostet 20 bis 60 € und verhindert fast jeden Steinverlust.

